10. Oktober 2000/ Bayerischer Notarverein
Notare
als Partner des Mittelstandes
Justizminister Weiß: "Erheblicher
Vorteil für Unternehmen"
Bei einer Veranstaltung zum Thema „Zukunft des Notariats" am Dienstag in München sprach sich Justizminister Dr. Manfred Weiß für die Erschließung neuer Aufgabenfelder für Notare aus. Grossen Bedarf sieht der Minister in der umfassenden Rechtsberatung der kleinen und mittelständischen Wirtschaftsunternehmen ohne eigene Rechtsabteilung. „Der Notar muß sich den Herausforderungen der Zeit und des modernen Wirtschaftslebens stellen", appellierte Minister Weiß an Bayerns Notarnachwuchs.
Aufgrund des zunehmenden „Outsourcing" in der Wirtschaft spiele die externe Beratungstätigkeit eine immer wichtigere Rolle. Den Luxus einer eigenen Rechtsabteilung oder eines Unternehmenssyndikus wird sich nach Ansicht des Ministers mancher Betrieb nicht mehr leisten, wenn dieselbe Beratungsleistung genauso schnell, kompetent und dabei kostengünstig auf dem Markt „eingekauft" werden kann. Für diese externe Beratung hält Minister Weiß den Notar für bestens geeignet. „Gerade die Unparteilichkeit und Verschwiegenheit des Notars mit der Pflicht zur umfassenden und ausgewogenen Vertragsgestaltung kann dabei einen erheblichen Vorteil für ein Unternehmen darstellen," so der Minister.
Die Beratungstätigkeit des Notars beschränkt sich nicht auf das Gesellschafts- und Immobilienrecht. Gerade Unternehmer stehen oft vor der Frage der Vermögensnachfolge – sowohl im betrieblichen als auch im privaten Bereich. Und auch die Vermögensverhältnisse in der Ehe wollen geregelt sein. Der Notar informiert, so Minister Weiß, „mit hoher Fachkompetenz über die rechtliche Situation und trägt dafür Sorge, dass die getroffenen Vereinbarungen rechtlichen Bestand haben."
Als moderner Dienstleister begleitet der Notar den Unternehmer auch im Rechtsverkehr mit der Justiz und den Registern. Dabei helfen moderne Informations- und Kommunikationstechniken, den Informationsaustausch zu beschleunigen. So sind die Notare derzeit dabei, ein bundesweites „Notarnetz" für schnelle und sichere Kommunikation einzurichten. Damit ist die Basis geschaffen, um - wie von Minister Weiß vorgeschlagen - künftig Anträge der Notare und Eintragungsunterlagen auf elektronischem Weg an Grundbuchamt und Handelsregister zu übermitteln. Von den Vorteilen profitieren alle: Notar, Justiz, Verbraucher und Unternehmer.
Zusammenfassend schloß der Minister: „Ich habe keinen Zweifel, dass sich das bayerische Notariat neuen Herausforderungen der Zukunft auch im 3. Jahrtausend stellen wird."